Samstag, 25. Februar 2012

„Ich könnte kein Model sein“, verkündet meine Freundin Maria. „Da macht der ganzen Welt die ganze Zeit was vor. Man ist immer die, die man gerade sein soll.“
„Bist du das nicht im echten Leben auch?“, frage ich sie und schaue ihr direkt in die Augen.
Ihre Augen weiten sich, man kann Entsetzen darin sehen. Und noch was: Wiederstand.
„Nein.“ Wiegelt sie ab.
Gut, dann eben nicht.
Plötzlich verengen sich ihre Augen zu Schlitzen „jetzt sag bloß nicht, das wäre bei dir der Fall! Jeder sagt, du bist die, die sich am wenigsten um die Meinung der Anderen kümmert.“ „Und woher weißt du, dass das nicht genau die Fassade ist?“ Ich schaue sie gerade heraus an. Ich habe keine Angst. Was auch immer sie finden würde, sie würde es mir eh nicht glauben.
In ihren Augen kann man Verwirrung lesen. Und noch etwas –Neid und Abneigung. „Willst du vielleicht einfach sagen, was los ist?“, fragt sie mich. Ich schüttle den Kopf „ich wunder mich nur, wie gutgläubig die Welt ist.“ Ich beginne abwesend den Nagellack von meinen Nägel zu kratzen. Er blättert mal wieder ab. Genau wie die Fassade. Alt und brüchig. Und austauschbar. Jederzeit, ganz unbemerkt die Farbe wechseln.
Für mich ist das Gespräch so gut wie beendet. Maria schnaubt durch die Nase –sichtlich verärgert. „Du brauchst mal gar nichts sagen! Kein Mensch auf dieser Welt hat sie viel Selbstbewusst sein, wie du. Kein Mensch kann so auf die Meinung anderer scheißen und weiterhin so beliebt sein, wie du!“
Ich zucke desinteressiert mit den Schultern.
„Mag sein.“
Meine Aufmerksamkeit gilt wieder meinen Nägel.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen