Montag, 12. März 2012


Die Jungs springen auf der Bühne rum und machen eine mega Show. Sie feiern, und haben die letzten Proben nie so gut gerappt, wie heute. Sie haben die seltsamsten Klamotten an, und verarschen in jeder Zeile unsere Lehrer, Direktorin, oder Schüler. Unsere ganze Stufe steht hinter der Bühne und feiert sie extrem. Vor der Bühne stehen 300 Leute, die wir alle irgendwoher kennen und schauen uns dabei zu, wie wir unser Leben und unsere Situation feiern. Wir haben nicht den Besten Ruf, und dass ist überall bekannt. Aber, wen kümmert das schon? Wir habens drauf. Unsere Sänger kann den Text, obwohl er selten so breit war. Unser Drummer kann kaum laufen, wegen einem Leistenbruch. Trotzdem sitzt er hinter seinem Schlagzeug und lässt seine Sticks wirbeln. Die Show geht weiter. Der Film wird gezeigt, die Lehrer werden fertig gemacht, die Lichter gehen an und aus, gelb, grün, rot.
Der Schlusspart. Wir stehen alle zusammen auf der Bühne. 80 Leute, von denen die meisten schon nicht mehr richtig laufen können. Wir haben seit heute morgen nichts mehr gegessen und seit um 4 nichts außer Alkohol getrunken.
„Kann es wirklich Liebe sein?“ grölen wir alle zusammen, tanzen im Kreis, winken mit den Armen, umarmen uns. „mit allem was wir sind“ J kommt irgendwo aus der Menge umarmt mich und nimmt mich auf seine Schultern. Ich liebe diese Leute. Scheiß was drauf, wer uns sieht, scheiß was drauf, was sie denken. Scheiß was drauf, dass wir alle noch 1 Jahr an dieser Schule bleiben müssen. Scheiß was auf all die anderen, die uns zuschauen und uns beneiden, uns bemitleiden, uns feiern.
Die Musik geht in Hangover über, alle grölen. Wir hüpfen auf und ab, die Bühne wackelt, kurz habe ich Angst, dass sie unter unserem Gewicht, unserem Adrenalin, unserem Spaß zusammenbricht. Aber sie trägt uns. Sie trägt uns alle.
Den rauschenden Applaus bekommen wir gar nicht richtig mit. Wir betrinken uns, tanzen zu Hangover, umarmen uns. Irgendjemand hebt mich hoch, jemand nimmt mich auf die Schultern, unser ganzes Leben ist eine riesen Party.
Ich liebe euch, Leute,
Auch wenn ich danach am See vor Kälte fast erfroren wäre. Auch wenn wir in den letzten 3 Tagen alle die ganze Zeit extremst gereizt waren. Auch wenn es Momente gab, in denen wir uns alle nur angeschrieben haben. Die einen geweint, die anderen geflucht haben. 6 Jahre Intrigen, Spaß, Gerüchte. Und das letzte wird das Beste. Eins geht noch!
Ich liebe euch.

Kommentare:

  1. Hello :)
    Genau! Ich kann es auch nicht mehr ertragen, wenn alle jammern, dass sie zu fett sind. Bei mir ist alles gut, nur die Welt spinnt... Und ich sehe, bei dir läufts super <3
    Ich schätze, das zeichnet wahre Freundschaft aus - zusammen zu bleiben, auch wenn's schwer ist.

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  2. Dann wünsch ich mir zum ersten Mal in meinem Leben, dass die Leute etwas normaler sind ;)
    Danke fürs Vorbeischauen :) <3

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