Freitag, 2. März 2012

Ich sehe, wie sie ihn anschaut. Wie sie über etwas lacht, was nicht einmal lustig ist. Wie sie es genießt, dass er neben ihr sitzt. Wie es ihr gefällt, dass er seine Hand auf ihrem Schenkel hat.
Ich sehe, wie sie versucht, so zu sein, wie all die anderen. Wie sie sich Mühe gibt, nicht negativ aufzufallen. Wie sie jemand zuvorkommendes ist. Jemand, der keine Fehler macht.
Ich höre, wie sie erzählt, was ihr Mutter schon wieder gemacht hat. Wie sie allen klar macht, dass sie ein scheiß Leben hat. aber dass sie das schon kennt. Wie sie versucht, stärker zu sein, als sie eigentlich ist.
Ich weiß, dass sie ihn aufgegeben hat. Dass sie es doch schon lange weiß.
Ich spüre, dass sie ihn nicht loslassen kann. Dass sie immernoch in ihn verliebt ist.
Ich sehe, wie er einen Witz macht. Wie er sich wie der König der Welt fühlt. Wie er den Anschein erwecken will, perfekt zu sein. Wie er sich Mühe gibt, nicht wie alle andern zu sein. Sondern cooler, hübscher, sexier, witziger, ironischer. Ich sehe, wie er seinen Arm um sie legt. Ich sehe, dass sie den Atem anhält.
Ich merke, dass es sonst keiner sieht. ich merke, dass sie alle nicht sehen, was hier für ein Stück gespielt wird.
Ich spüre, dass er es nicht mitbekommt. Dass er kein Gefühl dafür hat.

Er steht auf. Er packt seine Sachen.
Ihre Augen verdunkeln sich, auch wenn sie sich Mühe gibt, es sich nicht anmerken zu lassen.

 Er lächelt sie an. Sie stahlt. Sie steht auf. Umarmt ihn.
Ihre Augen halten ihn fest, noch als er sich umdreht.

Er lächelt mich an. Ich stehe auf.
Er nimmt mich in den Arm. drückt seinen ganzen Körper an sich. Will mich für einen kurzen Moment nicht loslassen, bis ich ihn wegschiebe.
Er grinst mich anzüglich an. "bei dir oder bei mir?" Ich schüttle genervt den Kopf. "Das wird nichts."

Und dann geht er.
Ihre Welt wird grau, ihre Augen auch.
Sie ist in ihn verliebt. Und er nicht in sie.

Was wird hier eigentlich gespielt?
Und welche Rolle spiele ich bei diesem Stück?

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