Montag, 16. April 2012

I've heard it all before
and i choose to ignore it

Ihr mit all Euren Gerüchten. Ihr seid ja so süß. Die haben rumgemacht? Ach was. Soll ich euch mal was sagen? Die haben sogar miteinander geschlafen. 
Ach, seine Eltern haben sich getrennt? Ich weiß auch, wer die Affäre war.
Ach, unsere beiden Biolehrer haben eine Affäre? Wisst ihr was? Sie fliegen sogar zusammen in den Urlaub. 
Kommt ihr euch wirklich so wichtig vor, wenn ihr das Geheimnis eurer Besten Freundin weiter erzählt? Denkt ihr wirklich, dass sich dadurch die Welt irgendwie verändert? Von was geht ihr aus? Dass sich plötzlich das Leben der Anderen ändert? So, dass jeder geshockt ist? Wagt ihr wirklich, euren Worten so viel Gewicht zu zusprechen? Von was geht ihr aus? Dass euch alle glauben? Dass es niemanden gibt, der mehr weiß?
Die Welt ist so groß. Wieso müsst ihr immer das letzte bisschen von Anonymität kaputt machen? Wieso lebt ihr nicht einfach euer Leben? Seid glücklich mit dem was ihr habt und hört auf die Anderen fertig zu machen? 
Wir sind alt genug. Geht eure eigenen Wege, reißt euch endlich von euren Fesseln los. Wir sind jung, hübsch und erfolgreich. Die Zukunft gehört uns. Wieso macht ihr es euch so kaputt? Wir leben in der Zeit, in der soviel möglich ist. In der man so vieles machen kann, ohne die Anderen wirklich kennen zu müssen. 
Wir sind doch die, die für die zerschlagenen Flaschen leben. Für die Nächte, an die wir uns nicht erinnern und für die Noten die wir zwar nicht verdient aber trotzdem erreicht haben. Wir leben doch dafür, all das zu sein, was die Anderen nie waren. Wir wollten nie so werden, wie die Menschen, die wir hassen. Wir wollten nie unsere Seelen an die Society verkaufen. Wir waren doch die, die mit heiseren Stimmen in die Nacht rausschrien und den beißenden Schmerz in der Kehle mit Vodka betäubten. Waren wir nicht die, die lieber arm und glücklich sterben wollten, als reich und Klischee entsprechend? Wollten wir nicht immer genau das Leben führen, was unsere Eltern uns immer vorenthalten hatten? Wollten wir nicht immer das Gegenteil von dem erleben, was gut für uns sein sollte? Waren wir nicht die, die ihr Taschengeld lieber in Zigaretten, statt in Essen investierten? Waren wir nicht die, die zu Weihnachten zwar eine Malediven Reise geschenkt bekommen hatte, aber trotzdem lieber campen gefahren wären?
Werdet erwachsen. Bitte. Macht die Tür auf, fliegt um die Welt, springt ins Meer, ertrinkt fast an euren eigenen Lügen, fallt tiefer als ihr klettern könnt und fliegt höher als es euch gut tut. 
Ich kenne euch besser, als meinen Vater. Ich liebe euch mehr, als mein Handy. Ich weiß mehr über euch, als eure Eltern und ich bin genauso hoch geflogen und genauso tief gefallen, wie ihr alle. Ich habe eure Leben gelebt, ich habe mein Leben gelebt. Ich habe sie beide geliebt und ich habe beschlossen, zu schweigen. 

1. Schultag. Willkommen in dem Leben, was alle leben wollen.


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