Donnerstag, 21. Juni 2012


Feel like a junkie, look like a star
forget about the day, it's all about tonight

Is mir doch egal, was sie sagt. "machst du mir noch ein Bier auf?" trinken, Musik, lachen. Englisch morgen? Ich hab ja noch 10 Sunden Zeit bis zur Klausur. Ich soll nach Hause kommen? Sie wissen eh alle, wo ich bin. Kein Vertrauen? Gut, dann eben nicht.
Seit wann ist meine Mama so? Seit wann interessiert sie sich dafür, wann ich nach Hause komme, seit wann ist es ihr wichtig ob und wie ich lerne? Wieso fragt sie mich, ob sie mich abhören soll, ob sie mir helfen soll? Das passt nicht hier her. Ich komme hier doch nur noch zum schlafen hin. Ich esse, wenn ich Hunger habe und komme, wenn ich Zeit habe. Wieso rennt sie mir plötzlich hinter her? Wo kommt das ganze Interesse her?
Mein Zuhause war immer so etwas wie ein Bed and Breakfast für mich. Ich hatte einen Schlüssel und konnte kommen und gehen, wann ich wollte. Wer kotzt, putzt, wer Chaos veranstaltet, räumt auf.
Ich zünde mir eine Zigarette an und höre F zu, wie er wilde Vermutungen über mein Leben anstellt. Ich sei ein mega Party girl, sicher jedes WE fertig mit der Welt, sicher immer voll. Ich grinse bloß und nehme noch einen Schluck von seinem Bier.
Nein, so bin ich nicht. Ich habe eine perfekte Fassade, und ihr glaubt sie mir alle. Ich bin genau die, die ich immer sein wollte. Alle denken, ich sei cool, alle nehmen mich überall hin mit. Wenn ich einen Ausweis habe, komme ich überall rein. Tja, wenn. 
Ich bin mal hier, mal dort, aber sie wissen alle nicht, wer ich wirklich bin.
Dass ich mein Wochenende am liebsten im Bett verbringe, dass ich eben nachts lerne, weil ich sonst keine Zeit habe. Dass ich für meine Rechte und Freiheiten mehr kämpfen musste, als alle anderen.
Und dass ich dafür bezahle. Jeden Tag. Dass ich zwar das leben eine Gossip Girl Charakters lebe, aber dass mir jeden Tag der Spiel vorgehalten wird. Die Leute kommen und gehen, wann sie wollen
 und ich mache ihnen immer die Tür auf.
Es mag zwar alles wunderbar aussehen, aber diese Leben ist teuere, als alle anderen. Es kostet mehr Zeit, mehr Geld, mehr Liebe und mehr Nerven als jedes andere.
Ich bewege den Kopf zur Musik und lächle K an. Nehme noch einen Schluck Bier, drücke meine Zigarette aus und greife nach meiner Tasche. 
Und zuhause? Mein Englischbuch, eine angepisste Mutter, ein paar ungemachte Hausaufgaben. Ein Vokabelheft und eine To do Liste. Ein blinkendes Handy und ein ungegessenes Essen. 
Hallo, echtes Leben, kann ich dich irgendwo umtauschen?






nicht so meine Wahnsinnsleistung. I'm sorry.

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