Montag, 25. Juni 2012


In everything you are
In everything you try to be
you could risk it all
fall in love with an outlaw
can you play your part 
in this tragedy?
- Anti Hero, Marlon Roudette


Ich hüpfe die Treppe runter und klopfe an L.s Tür ohne ein "Okay!" Abzuwarten, öffne ich sie und lache sie an. "morgen!" sie schaut verblüfft. "oh, hi! mit dir hab ich noch gar nicht gerechnet!" Ich sehe, dass sie nur eine Unterhose an hat. Bevor ich mich zu ihr ins Bett setze schaue ich sie fragend an. "Soll ich dir was zum Anziehen geben?" sie schüttelt den Kopf. "Ich hab damit kein Problem, wenns dich nicht stört?" Ich schüttel den Kopf. Das eine meiner Besten Freundinnen halb nackt im Bett liegt, wieso? Ich ziehe meine Hose aus und lege mich zu ihr. 
Und dann liegen wir nebeneinander im Bett, kichern, umarmen, lachen, quietschen und reden die nächsten 3 Stunden, ohne zu wissen, wie viel Uhr es ist. Ohne zu wissen, dass da draußen noch eine andere Welt existiert, ohne uns dafür zu interessieren, wer gerade wo ist. Ohne auf unsere Handys zu schauen, ohne Facebook zu checken, ohne uns um die Welt zu kümmern. Sie dreht sich für ein paar Stunden ohne uns. Oder nur um uns. Weil wir gerade auf dem Parkplatz "Freundin" geparkt haben. 
Wir reden über ihren wundervollen Freund, mit dem sie Schluss machen will, über ihren Lover, der die letzte Nacht in ihrem Bett verbracht hat. über unsere Eltern und die Freundin ihres Bruders.
Die Freundin meines Ex-Lovers.
Und dann tue ich etwas, was ich schon vor 2 Jahren hätte tun sollen:
Ich erzähle ihr, dass ich ewig was mit ihrem Bruder hatte. Immer und immer wieder, mal mehr, mal weniger, 2 Jahre mit Unterbrechungen.
Ich schaue sie fragend an. Erwarte ein Donnerwetter, ein Rumgebrülle, eine erstauntes quietschen, oder einen entsetzten Kommentar. Und was passiert? Sie beginnt zu lachen. Unglaublich laut, und gut gelaunt. Sie umarmt mich "ich bin so stolz auf dich! hast du also doch was von mir gelernt!" 
Und dann brechen wir beide in noch viel lauteres Gelächter aus.
Sind unberührbar und glücklich. Überall und informiert. Bekannt, gesehen, bewundert, beneidet, überall eingeladen. Wir gammeln in ihrem Bett mit dem Wissen, dass egal, was wir verpassen, es uns erzählt werden wird. Weil die Fäden bei uns zusammen laufen. So war es immer, und so wird es auch immer sein.
Wir holen uns noch einen Kaffe und lassen die Sonne scheinen, die Jungs an uns denken, die Leute über uns reden und lachen. Lachen darüber, wie lustig, absurd, paradox, lächerlich und wunderbar die Welt ist.


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