Sonntag, 1. Juli 2012


Die Hitze scheint mich zu erdrücken, die Lehrer unterrichten schon den ganzen Tag bei offener Tür. Keiner scheint wirklich zu wissen, was wir hier machen und wieso wir überhaupt noch hier sitzen. Alle sind müde, Deutschland hat verloren, Morgens Klausur und jetzt, in der 5. Stunde, Englisch bei unerträglicher Hitze. Nur unsere Lehrerin tut mir mehr leid, als ich mir selber.
Die Jung diskutieren übern den (un)fairen Schiri, die Zicken in der letzten Reihe bearbeiten schon seit heute morgen unaufhörlich ihre iPhones, die Streberinnen versuchen verzweifelt zuzuhören, und die Mädels in der Reihe vor mir lesen die Abi Zeitung. Mal wieder frag ich mich, was sich eigentlich in den letzten 4 Jahren verändert hat und ich muss feststellen: nicht viel.
Die Jungs sind gewachsen, die Brüste auch. Handys sind größer geworden und Lehrer weniger wichtig. Jeder hat seine Freunde gefunden, jeder hat sich schon mal gestritten. Das Leben dreht sich immer noch um Fußball, um die Tages- oder Wochenendplanung und um irgendwelche besonderen Personen, die man getroffen hat.
Die Trägheit ist unerträglich und als ich nach hause komme, erzählt mir das Radio irgendwas von „wärmster Tag des Jahre“ und so weiter. Desinteressiert sitze ich in de Küche auf dem kalten Boden und trinke ein Glas Wasser.
Schlussendlich ist es mir eh egal. Ich geh jetzt Schlafen.
Vielleicht lässt sich dadurch die Leere in mir bekämpfen. Die Unlust und die Müdigkeit, die seit einer Woche in mir vorherrscht. Vielleicht lässt sich dadurch die Frage, wozu ich das alles mal brauchen werde, verdrängen und es kommt der alte Optimismus wieder. Vielleicht kann ich dadurch auch meine Konzentration wieder gewinnen. Kann verstehen, was sich die letzen Tage in meinem Kopf abgespielt hat und kann beschließen, wieder mehr zu lächlen.
Oder vielleicht verdrängt es auch einfach diese unerträgliche Müdigkeit, die von dem riesen Schlafdefizit kommt, bringe mich wieder dazu, etwas leisten zu können und lasse mich wieder meine Muskeln spüren.
Denn heute Abend ist noch eine Aufführung. Aufgeben oder Versagen ist nicht drin.
Doch auch ich halte manchmal dem Leistungsdruck nicht stand.

1 Kommentar:

  1. Oh ja, es ist wirklich heiß. Wann bist du dran mit Abi? :)
    Süße, du schaffst das. Nur noch eine Aufführung und dann nicht mehr. Habt ihr in den Ferien Training? Fährst du weg? Ach nee, du warst schon, oder?
    Bin grad ganz durcheinander, gestern war Abiball :P
    xoxo ♥

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