Sonntag, 8. Juli 2012


F kommt in den Partykeller gerannt und hebt mich hoch. „heeey! Wie gehst?“ ich freu mich unglaublich ihn zu sehen. Und wie es aussieht, er sich auch.
Er hat eine riesen Hose an, mit Schlag. Jeder in diesem abgefuckten Keller, findet sie scheiße.  Außer seinen Freunden. Und ich. Ich mag sie. Sie sieht cool aus, wenn er darin tanzt. Und sie passt zu ihm. Ich grinse ihn an und tanze ein bisschen mit ihm. Ich sehe die Jungs aus meiner Stufe, wie sie am Rand sitzen und ihn beobachten. Ich sehe in ihren Blicken, dass sie ihn scheiße finden, und dass sie diese Hose nicht sehen wollen. Ich sehe, dass sie lästern, ich sehe, dass er ihr Opfer des Abends ist.
Ich kenne diese Jungs. Besser, als die meisten anderen in diesem Keller. Ich weiß, wer zu ihnen gehört, und wen sie schon immer scheiße fanden. Ich weiß, wer immer denkt, er würde dazugehören, ich weiß, wer sich regelmäßig ausgeschlossen fühlt und ich weiß, was ihr Lächeln zu bedeuten hat. Ich weiß, was ihr abschätziger Blick zu bedeuten hat und ich weiß, dass alle sie cool finden. Ich weiß, dass sie immer so tun, als wäre es ihnen egal, was die anderen denken, aber ich weiß auch, dass es in ihrer Welt nur um den Ruf geht. Ich kenne diese Jungs. Und als einer von ihnen „scheiß Hose!“ grölt und sich die anderen im Raum platzieren, um regelmäßig miese Kommentare abzugeben, weiß ich, wie der Abend weiter gehen wird.
Ich weiß, dass es F egal ist. Egal, was die anderen sagen, egal, was die anderen denken, egal, für was sie ihn halten.
Aber ich weiß auch, was diese Jungs können. Ich weiß, wie scheiße sie sein können und dass sie immer alles kriegen. Weiß, wie asozial sie sein können, weiß, wie sehr sie es hassen. Weiß, dass es ihre Pflicht ist, sich so auf Partys zu verhalten.
Und ich weiß auch, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt, das Spiel schnell zu beenden:
F. ein Paar andere Hosen zu besorgen. Oder… Ich ziehe ihn an mich ran, schmiege mich an ihn, er greift mir in die Haare, kurz bevor er mich küsst, umarme ich ihn, halte ihn fest, gebe allen das Gefühl, ich würde zu ihm gehören. Ich werfe einen Blick zu J. Auf ihn ist immer noch verlass. Die Jungs ziehen sich zurück, setzten sich wieder auf ihren alten Platz, holen sich noch ein Bier. 
F. schaut mich verwundert an. Nicht, dass er was dagegen hätte eine Runde mit mir zu kuscheln. Er sieht diese Jungs nicht. Er hat sie nicht gehört und er kennt sie nicht.
Ich weiß, dass es dieses Mal funktioniert hat. Aber ich weiß, dass das nichts bedeutet.
Weiß das alles, 
weil ich mal eine von ihnen war.

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