Mittwoch, 24. Oktober 2012


„küsse die Person deiner Wahl und trinke 4 mal.“ Dieses Trinkspiel ist nur dazu gemacht, dass man zum Schluss betrunken und nackt irgendwo zu zweit rumliegt. Doch nicht wir Beide, oder? Wir sind doch Freunde, mehr nicht. Oder? Und du in festen Händen. Auch wenn Fernbeziehung etwas ist, was du nicht so witzig findest, in 4 Wochen ist sie ja wieder da.
Ich lächle ihn an, er greift nach der Flasche. Trinkt. Ein, zwei, drei, vier Schluck und setzt wieder ab. Und schaut mir direkt in die Augen.
Und schon an deinem Blick sehe ich es. Dass das der perfekte Moment für uns Beide ist. Alleine und einsam auf irgendeinem Parkplatz mitten im Industriegebiet. Dort, wo um diese Uhrzeit eh niemand mehr hinkommt. Nur du und ich und der Mond, der vom Himmel scheint. Gerade, als ich sagen will, dass wir das nicht tuen müssen. Dass wir an deine Freundin denken sollten, an den Versprechen, an eure Beziehung, an unsere Freundschaft, wird es mir klar.
Wir sitzen fest. Wenn du jetzt einen Rückzieher machst, wird mir klar, dass all deine Anmachen nur ein Spiel waren. Wenn du jetzt einen Rückzieher machst, werde ich dir nie wieder glauben, dass du gerne mit mir schlafen würdest.
Wenn ich jetzt sage, dass das alles nicht sein muss, dann wüsstest du, dass ich Angst habe. Dass ich nicht weiß, wie ich darauf reagieren werde, dass ich nicht weiß, wie unsere Freundschaft sich verändern wird. Dann wüsstest du, dass ich diese Dinge längst nicht so locker nehme, wie all die anderen Mädels in deinem Umkreis.
Hier geht es nicht um einen Kuss. Hier geht es um viel mehr.
Hier geht es um dich und mich und wie wir miteinander umgehen. Hier geht es um jede zu enge Umarmung, um jeden Pulli, den du mir geliehen hast, um jedes Shirt, was du mir gerne ausgezogen hättest, um jeden Moment, den wir verpasst haben, doch etwas mit einander anzufangen. Hier geht es darum, dem anderen zu beweisen, dass wir wirklich die sind, die wir vorgegeben haben zu sein. Hier geht es darum, zu beweisen. Sich selber, seine Gefühle, seinen Mut und seine Einstellung.
Die Basis unserer Freundschaft bröckelt gerade, und wenn unsere Köpfe sich nicht gleich aufeinander zubewegen, dann verbringen wir Jahre damit, eine neue Freundschaft zu bauen.
Hier geht es darum Ein für alle mal klar zu machen, was das zwischen uns ist, und was wir eigentlich wollen. Aber vor allem geht es darum, dem anderen etwas zu beweisen und ihn endlich, ein für alle mal aus der Reserve zu locken. Nicht mehr mit Worten. Nicht mehr mit Gesten, sondern mit einer Bewegung, die für manche Menschen die Welt bedeutet. Eine Berührung, die in so vielen Fällen über alles richten kann.

Und als deine Lippen auf meinen landen scheint die Sonne wieder zu scheinen, der Mond zu erlöschen und die Welt aus den Angeln gehoben worden zu sein. Unser Experiment ist geglückt. Die Welt geht in Flammen auf, das Feuerwerk neben uns könnte nicht heller sein und wir stehen daneben und sehen zu. 

1 Kommentar:

  1. Und als deine Lippen auf meinen landen scheint die Sonne wieder zu scheinen...
    du bist ein Wunder, deine Worte sind Wunder.
    Ich lese deine Texte so gern, das glaubst du nicht.

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