Samstag, 13. Oktober 2012

Und nachdem F mich 1 Stunde mit SMS genervt hat, ziehe ich mir wirklich noch was warmes an und fahre los zu dieser Party. Es ist kalt, meine Freundin fährt neben mir, der Wind zieht an unseren Haaren und noch bevor wir wirklich los gefahren sind bereue ich es schon, dass ich nicht meinen Wintermantel angezogen habe.
F kommt mir entgegen, ich drück ihm die Brwonies in die Hand, er freut sich wie ein kleines Kind. E ist zu besuch aus Shottland, F zieht mich auf seinen Schoß. überall sind Menschen, es ist kalt und es riecht nach abgestandenem Bier. Ich kenne hier niemanden. Nur E und F und meine Freundin. Und das Geburtstagskind. Nachdem ich gratuliert habe, setze ich mich wieder zu F. er legt mir den Arm um die Schulter, streicht über meinen Rücken, streichelt meine Hände und hält sie irgendwann fest. Die Finger in einander verschränkt, ich auf seinem Schoß, sein Atem in meinem Nacken. Er erzählt mir etwas, seine Stimme dringt zu mir und ich höre so viel mehr. Höre, wie die Autos im Takt an uns vorbei fahren. Höre, wenn F eine Pause macht, die mir etwas sagen soll. Höre, wie der Typ hinter mit über Kommunismus schwafelt. Höre, wie andere Leute laut in die Nacht lachen und höre, wie alle irgendjemanden lautstark begrüßen.
Fs Hand streicht langsam über mein Knie, seine Hand drückt meine, in manchen Momenten zerdrückt sie meine fast, dann wieder sind die Berührungen langsam und fast schon zärtlich.
Auch wenn um uns herum Idylle ist, kann mir niemand was vor machen. Der Typ neben mir ist schon viel zu betrunken, sein Kumpel seit Ewigkeiten stoned. Zwei Mädels unterhalten sich über Extasy und ich muss festsellen, dass das hier nicht meine Welt ist. Muss feststellen, dass diese Menschen mir auf immer ein Rätsel sein werden und dass ich einfach nicht zu ihnen gehöre. Dass ich auch ohne Extasy eine Nacht durchtanzen kann. Dass ich auch ohne Alkohol mit F meinen Spaß haben kann. Dass ich auch ohne Gras die Welt entspannt sehen kann. Diese Menschen hier sind fertig. Sie versuchen der Welt zu beweisen, dass sie es locker packen können, aber für die wenigsten hier sehe ich wirklich eine Zukunft.
Ich schaue in Fs vertrautes Gesicht und sehe, dass er das gleiche denkt. Ich lehne meinen Kopf an seine Schulter und muss lächeln, als seine Hand langsam über meinen Schenkel streicht. Als C kommt und fragt, ob das mein Freund ist, setzen wir uns beide wieder aufrecht hin und schütteln den Kopf. Meine Kehle ist wir zugeschnürt und ich bin froh, dass im Moment niemand von mir erwartet, stark zu sein. Dass niemand von mir erwartet, die Person zu sein, die ich sonst immer bin. Denn meine Stärke, mein Wissen, mein Lachen, meine Unerschrockeheit hat die Nacht mir geklaut, wurde in der Menge versteckt und vielleicht habe ich im Moment ja auch gar keine Lust sie zu suchen. Vielleicht will ich im Moment einfach nur mit F kuscheln und entscheiden, dass das der Moment ist, an dem sich die Erde zwar weiter dreht, aber die Uhrzeiger stehen bleiben. 


Lichter tanzen um mich rum
Alleine in der Menge
Die Beats bringen mich um
Den Verstand. und im Gedränge
Bekomm' ich keine Luft mehr
Viele Menschen, Sauerstoff leer
Und mein Herz springt mit
Bei jedem Schritt

Kommentare:

  1. das bild mit kaffee find ich voll lustig! :D
    du schreibst sehr gut :)

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  2. der text klingt so wunderbar frei. du hast diese freiheit verdient.
    ich tue mich da sehr schwer, mich gehen zu lassen. wobei es besser wird. vielleicht ist es, wenn ich so alt bin wie du jetzt, dann ja auch so möglich.. wer weiß. ;)
    ich gebe zu, mein post war auch von dir inspiriert. nicht allein von dir. als aller erstes von mir, mir ist es schon lange aufgefallen. und dann andere leute. unter anderem du. es war gut, dass du es gesagt hast. und danke, dass du meinst, du liebst meinen blog. es bedeutet ziemlich viel, liebe ist ein großes wort.
    ja, hetzen und es genießen. und ihn sehen und zum ersten mal so wahrnehmen, dauernd. vielleicht bist du wirklich wie ich, nur älter, früher durchlebt. komisches gefühl.
    ja, montag. oh gott, ich kann das alles nicht so ganz fassen. und es ist sehr lieb von dir, die daumen zu drücken. es wird helfen, da bin ich mir sicher. ja, ich sage dann bescheid.
    "stress ist die einzige methode meine gedanken los zu werden und glücklich zu werden." -bleibt so.
    küsschen an dich♥

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