Freitag, 22. Februar 2013


Ich schaue mich um. Ältere Herrschaften, Manager, Jugendliche, Punks, Penner, Verkäufer. Typisches Bahnhof- und Zugklientel. Und in die Mitte: wir.
Jacket, Timberland Winterschuhe, Jeans, gute Frisur. Ich die Haare offen, er sie gut gestyled. Nicht eingebildet. Seriös und jung. Verantwortungsbewusst und trotzdem mit lauter Unsinn im Kopf. Selbstbewusst laufen wir an Menschen vorbei, durchqueren die Menge, lachen über Dinge, checken unsere Mails im Laufen und verstehen uns bestens. Ein Blick, und wir wissen, wer wir sind, was wir denken, was wir wollen.
Ein Blick und wir fühlen uns bestätigt. Wissen, dass wir immer noch die gleichen sind, wissen, dass wir uns blind auf den anderen verlassen können. Ich schreibe, er stellt die Fragen, ich hake nach. Reiche ihm wortlos einen Kaugummi und packe seinen Kulli ein, den er sonst eh immer liegen lässt. Lasse mir von ihm die Tür aufhalten und die Tasche halten. Gemeinsam betreten wir die Lobby, begrüßen alle wie alte Freunde. Riesen Auftritt, obwohl wir hier genau so neu sind, wie alle anderen. Ein Lachen von mir, ein Spruch von ihm, die Menschen hier sind auf unsere Seite.
Wir sind jung, intelligent und wir wissen, dass wir die Zukunft sind. Wir wissen, dass diese Menschen nur darauf warten, dass wir ihnen etwas gutes liefern. Dass sie uns alle unterstützen wollen, so bald wir nur verantwortungsvoll und freundlich rüber kommen. Wir wissen, dass alle uns helfen wollen. Wissen, dass wir alle Möglichkeiten der Welt haben, dass wir sie nur nutzen müssen. Wissen, dass wir weiter hinaus wollen, aber dass das hier ein guter Anfang ist.
Ich schaue mich um und stelle fest, dass er mal wieder Recht hatte:
It’s okay. Everybody is looking at us.

und darauf jetzt ein high5!

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