Mittwoch, 20. März 2013

16:30 zeigt die große, runde Uhr im Klassenzimmer. Schon seit einer Stunde sind wir freiwillig hier. Über meinen Tisch sind Arbeitsblätter verteilt und alle sitzen konzentriert mit Textmarkern und Kullis in den Händen über ihren Blöcken. Die Stimmung ist okay, jeder hat sich Schokolade mitgebracht, es wird noch eine Weile dauern, bis wir hier fertig sind. Ab und zu macht mal jemand einen Witz, dann kichert der Raum. Manchmal hört man jemanden reden -und sofort zischt alles "Pssst!". Ich schaue auf meine verschiedenen Arbeitsblätter, vor mir liegt ein rotes Buch, reißerisches Desing. Neongrüne Streifen und irgendwie Aufmerksamkeits erregend. In dicken Buchstaben steht oben auf "ABITUR". Kurz blättere ich darin ein Wort nach, notiere es, arbeite weiter. 
Die Stille ist fast schon zum zerreißen, so laut ist sie. Unruhe macht sich breit, wir wissen alle, wie wichtig das hier ist. Unsere Lehrerin verteilt Mandelzopf an uns alle und dann setzten wir zur Besprechung an. 
Mir wird plötzlich klar, dass wir wir in 5 Wochen schon fertig sind. Dass wir in 5 Wochen das Ereignis hinter uns haben, auf das wir 12 Jahre hingearbeitet haben. 
Das Ereignis dessen bezüglich man uns immer gefragt hat "und, was willst du danach machen?" es ist das Ereignis, was und alle Türen öffnet und uns die Möglichkeit geben soll, das zu machen, was wir möchten. 
In 5 Wochen ist das Ziel plötzlich weg. Einfach erreicht. An uns vorbei gezogen, hinter uns, nicht mehr zu sehen. 
Und dann?

Kommentare:

  1. Dann steht das nächste Ziel an, vermute ich. Was machst du nach dem Abitur?
    - und ich wünsche mir tatsächlich jeden Tag, dass das hier in der Schule so bald vorbei ist wie bei dir.

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  2. Vielleicht hast du in allem recht. aber ich fühle mich bei stille trotzdem nicht besser, verstehst du?
    Lina♥

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